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25.06.2016 | Evangelischer Arbeitskreis (EAK)
Vom "Handschlag" bis zum "Schwimmunterricht"- CDU diskutierte Alltagswirklichkeit von Christen und Muslimen
Konsens: "Werte leben und verteidigen"
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Das C in der Union" diskutierten nordbremische Bürgerinnen und Bürger  zum Thema "Christentum und Islam- wie sieht die Alltagswirklichkeit in Bremen-Nord aus?".
CDU-Kreisvorsitzender Rainer Bensch, der als Moderator fungierte und von Beginn an klar stellte, dass "jeder, der heute hier ist, zugleich Referent ist", erklärte nach der zweistündigen sachlichen Debatte: "Die vielen problematischen Alltagsbeispiele zeigen, dass die Aussage 'Der Islam gehört zu Deutschland' nur auf sehr wenig Zustimmung trifft. Was nahezu alle Diskussionsteilnehmer eint, ist die Forderung, unsere gemeinsamen freiheitlichen Werte zu leben und zu verteidigen. Den Integrationswilligen soll und muss die Hand ausgestreckt und mit ihnen die Zukunft positiv gestaltet werden!"
Hier einige aufgeführte Beispiele, die diskutiert wurden:

1. Der "Handschlag" bei alltäglichen Begegnungen: es wird als problematisch angesehen, wenn Muslime Frauen im Alltag nicht die Hand geben. Es kommt Angst auf, dass die fremden Sitten und Gebräuche aus islamischen Ländern in unsere freiheitliche Gesellschaft Einzug halten.
Hierauf entfacht sich eine Diskussion, bei der am Ende alle Teilnehmer deutlich machen, dass die Werte und Normen, die hier in Deutschland gelten und vom Grundgesetz geprägt sind, deutlich vorgelebt, eingefordert und auch verteidigt werden müssen. Muslime hätten sich demnach in unsere Gesellschaft zu integrieren und nicht umgekehrt. Selbst Theologen und Islamwissenschaftlicher haben hierzu unterschiedliche Auffassungen.

2. "Unpünktlichkeit" und "Respektlosigkeit" in der Schule: Lehrerinnen berichten, dass an Schulen muslimische Kinder auffällig Probleme mit Pünktlichkeit, Respekt gegenüber weiblichem Lehrpersonal hätten. Würden Gespräche mit den Eltern gesucht, gäbe es sehr starke Probleme. Meistens erkennen insbesondere die männlichen Muslime die Rolle der Frau als Lehrerin nicht an.
Auch genannt: wenn Kinder in der Grundschule zum "Morgenkreis" zusammenkommen, würden die jungen Schüler durch ihre Eltern oftmals "gezielt" später zur Schule gebracht, was zu erheblichen Störungen und eben nicht zur Integration führen würde.

3. "Religiöse Kleidung": angesprochen wurde, dass es auffällt, dass zunehmend auch jüngere Muslime immer häufiger und auffälliger "religiöse Kleidung" tragen. Hier komme es wiederholt zu Konfliktsituationen im Alltag: auf der einen Seite Mädchen und Frauen in "knapper Kleidung" als Ausdruck der Gleichberechtigung und Selbstbestimmung der Frauen- und auf der anderen Seite weibliche Muslime mit religiöser Kleidung vom Kopftuch bis zur Vollverschleierung. 
Badekleidung: Vereinzelte Fälle wurden genannt, wo ein muslimischer Badeanzug namens "Burkini" als Provokation empfunden wird.
Ähnlich wie beim Handschlag wird auch hier verlangt und erwartet, dass Muslime sich hier integrieren und die Gleichberechtigung von Mann und Frau sowie all die Freiheitrechte wie Selbstbestimmung und freie Entfaltung der Persönlichkeit anerkennen und leben.

5. Muslime als Mann und Frau im öffentlichen Erscheinungsbild: Wenn Pärchen zu beobachten sind, etwa beim Einkaufen und Gang nach Hause, so sei oftmals zu beobachten, dass die muslimische Frau religiös bekleidet sei und die Taschen trägt während ihr Mann in lockerer westlich-freiheitlicher Kleidung etwa Shorts, Sportshirt und Turnschuhe neben ihr gehe. Dies bestärke viele Beobachter in ihrer Auffassung, dass "der  Islam"  unheimlich und fremd sei und nicht zu Deutschland passe.

Darüber hinaus gab es auch positive Beispiele gelungener Integration anhand von Beispielen aus dem Alltag: Höflichkeit und Hilfsbereitschaft von Muslimen (eine liegengelassene Handtasche mit viel Geld, Ausweisen, Handy etc. zur Besitzerin bringen, Taschen im Treppenhaus hochtragen) wurden genannt- ebenso wie die "gute Integration" in Sportvereinen, wo Respekt und Einhalten von Regeln sehr gut klappe.

"Politisch" wurde immer wieder ein Bogen gespannt zu den "großen" Fragen: "Gehört der Islam zu Deutschland?", "Wie viele Flüchtlinge und Migranten können wir aufnehmen?" und "Wie kann Integration letztlich gelingen?" sowie "Kann es einen Euro-Islam mit der Anerkennung unserer Werte überhaupt geben?"

Die am häufigsten genannten Forderungen lauten (in Stichworten):
- Die bestehenden Gesetze durchsetzen, d.h. auch wirksam abschieben derer, die rechtlich durch alle Instanzen durch sind
- Die Entwicklungshilfe zur Selbsthilfe vor Ort gestalten. "Basic needs" insbesondere den hilfsbedürftigen in Afrika geben
- Moscheen und Imame ja- aber diese sollten in Deutschland ausgebildet werden
- Die Christenverfolgung ernsthaft angehen. Diese sei weltweit ein Problem aber auch innerhalb einiger Flüchtlingsunterkünfte
- Ein Burka-Verbot in Deutschland erwägen, ähnlich wie es in Frankreich geschehen ist; als Zeichen, dass freie Religionsausübung Grenzen haben muss in einem freiheitlichem Staat
- alle bestehenden Gesetze, Verordnungen und Regelungen der Integration im Sinne von "Fordern und Fördern" ernsthaft umsetzen und dabei auch die Möglichkeiten von Sanktionen anwenden.

All diese Beispiele sind nur Auszüge aus der Diskussion und erheben keinen Anspruch auf Vollzähligkeit oder 100%-iger Wahrheit. Doch diese Punkte wurden öffentlich von Bürgerinnen und Bürgern vorgetragen und müssen nach Auffassung der Veranstalter (Rainer Bensch und Heinz-Alfred Bortmann als Mitglieder des Bremischen Landesvorstands des Evangelischen Arbeitskreis Deutschlands) ernstgenommen werden und in weitere politische Gremien hineingetragen werden.

CDU-Kreisvorsitzender Rainer Bensch beendete die Veranstaltung mit folgendem Statement/ Schlusswort:
"Der Islam kann nur dann zu Deutschland und zu unserer freiheitsliebenden Gesellschaft gehören, wenn er unsere Werte, unsere Demokratie, unsere Freiheitsrechte, die Gleichberechtigung von Mann und Frau sowie die Glaubensfreiheit bejaht und auch anderen gewährt. Dies muss im Alltag gelebt werden!"

Dahin sei es noch ein langer und ergebnisoffener Weg, so Rainer Bensch abschließend.
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